langer Hotelflur im Bellagio in Las Vegas
Die Hotellerie deckt unterschiedliche Gästebedürfnisse ab; die Betriebsarten unterscheiden sich hierbei nach Kriterien:
Verpflegungsmöglichkeiten
Beherbergung und Verpflegung
§ Vollpension: Übernachtung, Frühstück, Mittag- und Abendessen
§ Halbpension: Übernachtung, Frühstück, Mittag- oder Abendessen
§ Hotel Garni: Übernachtung, nur mit Frühstück
Aufenthaltszweck
Kurhotel
Wellness
Studentenhotel
Ferienhotel
Sporthotel
Businesshotel
Kongress- oder Seminarhotel: engl.
MICE (
Meetings,
Incentives,
Congress and
Events)
Zielgruppe
Radfahrer-Hotel
Pilger-Hotel (Herberge)
Frauenhotels sind exklusiv für Frauen; viele werden auch ausschließlich von Damen betrieben. Häufig nehmen alleinreisende Geschäftsfrauen und Urlauberinnen mit kleinen Kindern sie in Anspruch. In New York gibt es alte Dauergäste, die sie wie ein
Seniorenheim nutzen (keineswegs nur hochpreisig).
Nichtraucher-Hotels
Lage
Flughafenhotel
Motel: liegt direkt oder in unmittelbarer Nähe von wichtigen Straßenverbindungen und Autobahnen. Pro Gästezimmer steht mindestens ein Parkplatz zur Verfügung, sowie 24h
Check-In-Möglichkeit. Motels werden aufgrund ihrer verkehrstechnisch günstigen Lage auch vermehrt als Durchführungsort von Seminaren, Konferenzen und Tagungen gewählt. Die ersten Motels entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA und sind dort am meisten verbreitet.
Stadthotel
Berghotel
Seehotel
Strandhotel
Reiseform
Hotel für individuell reisende Gäste
Gruppenreisende, Busreisehotel
Business- und Messereisende
Hotelwerbung um 1900 (Australien)
Betriebsgröße
Kleinbetriebe: 20 - 70 Betten
Mittelgroße Betriebe: 71 - 150 Betten
Großbetriebe: mehr als 150 Betten
Betriebsdauer
Ganzjahresbetriebe
Saisonbetriebe
§ Einsaisonbetrieb: Sommer oder Winter
§ Zweisaisonbetrieb: Sommer und Winter (Zwischensaison geschlossen)
Schlafkabine in Osaka
Unternehmensform
Inhaberbetriebe
Pachtbetriebe
Aktiengesellschaften, GmbH
Genossenschaften
Franchising, Managementverträge
Sonderformen von Hotels:
Ein
Kapselhotel ist eine relativ neue, besonders Platz sparende Hotelform in Japan. Dabei verzichtet man auf Gästezimmer, sondern bringt die Gäste in wabenförmigen, übereinander gestapelten Kapseln unter - jeweils nur liegend zu benutzen. Bäder oder Toiletten sind als Gemeinschaftseinrichtung vorhanden. In den meisten Kapselhotels gibt es darüber hinaus Gemeinschaftsräume zum Aufenthalt, ähnlich einem Fernsehzimmer. Trotzdem sind die Kapseln meist auch jeweils einzeln mit einem Fernseher in Augenhöhe ausgestattet, um ein Minimum an Beherbergungskomfort zu gewährleisten. Oft nutzen Geschäftsreisende oder Pendler Kapselhotels, die überwiegend –ähnlich einem
Motel– an Verkehrsknotenpunkten liegen.
Das erste Hotel der Welt mit dem Namen eröffnete der Friseur David Low im
Londoner Covent Garden als "Grand Hotel" am
25. Januar 1774. Bis dahin gab es nur möblierte Zimmer oder mehr auf Verköstigung ausgerichtete
Gastwirtschaften.
Ausgehend von den USA wurden vor allem nach dem
2. Weltkrieg Hotelketten gebildet, bei denen zum Teil Hunderte von weltweit verteilten Hotels unter einer gemeinsamen Hauptverwaltung stehen.
stellvertretender Wirtschaftsdirektor
(Assistant F&B Manager) § Restaurantleiter (Restaurant Manager)
§ Oberkellner (Maitre d'Hôtel)
§ Demichef de Rang (Stationskellner)
§ Food runner
§ Bankettserviceleiter (Banquet Service Manager)
§ stellvertretender Bankettserviceleiter (Assistant Banquet Service Manager)
§ Chef de Rang (Banquet Supervisor)
§ Demichef de Rang (Stationskellner)
§ Commis de Rang (Kellner)
§ Bartender (bar waiter)
§ Commis de bar
§ Etagenserviceleiter (Room Service Manager)
§ Etagenkellner (Room Service Waiter)
stellvertretender Küchenchef
(Souschef)
Stellvertretende Hausdame
(Assistant Housekeeper)
Hausdamenassistent/in
(Housekeeping Supervisor)
Public Area Cleaner (zuständig für alle öffentlichen Bereiche im Haus)
Technischer Leiter
(Chief Engineer)
IT Manager/IT Specialist § Assistent/in der Geschäftsleitung (Personal Assistant to the General Manager)
Chefbuchhalter
(Financial Controller) § Debitorenbuchhalter (Accounting Clerk, Acc. Receivable)
§ Kreditorenbuchhalter (Accounting Clerk, Acc. Payable)
Bankettverkaufsleiter
(Banquet Sales Manager) § Bankettverkaufsbereichsleiter (Banquet Sales Executive)
§ Bankettverkaufskoordinator (Banquet Sales Coordinator)
Verkaufs- und
Marketingleiter
(Director of Sales and Marketing) § Verkaufsbereichsleiter (Sales Manager)
§ Verkäufer (Sales Executive)
§ Verkaufskoordinator (Sales Coordinator)
Personalchef
(Human Resources Manager) § Personalsachbearbeiter
Reservierungsleiter
(Reservation Manager) § Reservierungssachbearbeiter (Reservation Clerk)
stellvertretender Empfangschef
(Assistant Front Office Manager) § Rezeptions-Schichtleiter (Front Office Supervisor)
§ Rezeptionsmitarbeiter (Front Office Clerk)
§ Wagenmeister
§ Hoteldiener (Bellcaptain)
Das Gastgewerbe ist einer der größten Ausbilder Deutschlands mit über 97.000 Auszubildenden. Es gibt folgende Ausbildungsberufe in der Hotellerie:
Die Ausbildung dauert in Deutschland üblicherweise drei Jahre. Die Ausbildung umfasst das Arbeiten am Empfang, im Housekeeping (Gästezimmer), in der Hotelküche, Magazin, Hotelbüro (Verwaltung) und im Restaurant. Gute Fremdsprachenkenntnisse, mathematisches und wirtschaftlich effizientes Denken, Spaß an der Arbeit mit Menschen sowie eine hohe Belastbarkeit sind wichtige Voraussetzungen. Beim Hotelkaufmann ist der Bereich Hotelbüro besonders vertieft.
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern. |
Marriott in Zürich
Im HoGa-Bereich generell sind geringe Bezahlung und häufig wechselnde
Arbeitszeiten (Schichtbetrieb) oder Arbeit zu ungewöhnlichen Zeiten üblich.
An vielen Orten ist
Saisonarbeit üblich -
Zeitvertrag. Tarifparteien sind regionale HoGa-Verbände und die Gewerkschaft
NGG.
Betriebsräte sind in privat geführten Hotels eine Seltenheit. Oftmals wird in der Hotellerie ein ungleichmäßig hoher Arbeitseinsatz erwartet, so dass es oft nur zu geringer Freizeitgestaltung kommen kann. Dieser hohe Arbeitseinsatz ergibt sich sehr oft aus der Unplanbarkeit im Hotel. So hängt zum Beispiel der Feierabend im Restaurant davon ab, wann die letzten Gäste gehen.
Die Hotellerie bildet das Rückgrat des schweizerischen Tourismus. Obwohl sich die Bettenzahl in den letzten Jahren nur wenig veränderte, so wurde die Qualität des Beherbergungsangebots stets den sich wandelnden Bedürfnissen angepasst. Die
hotelleriesuisse hat für die Definition eines Hotels erweiterte Mindestkriterien auf Einrichtungen und Angebot festgehalten:
Beherbergung und Aufenthalt
Mindestens 10 Zimmer
Fließendes Kalt- und Warmwasser in jedem Zimmer
Angemessener Standard und Wohnkomfort
Dusche oder Bad, Toiletten frei benutzbar
Mindestens das
Frühstück muss der Gast im Haus einnehmen können
Die Schweizer Hotellerie verfügt über 5600 Hotelbetriebe mit 140.500 Zimmer mit 258.700 Betten. Tendenz sinkend, da kleine Betriebe schließen und die Großen ausbauen. Die Hotellerie ist eine typische KMU-Branche. Von den Hotelbetrieben haben 73,1 % weniger als 50 Betten und 62,8 % weniger als 20 Zimmer. Weiter ist festzustellen, dass der Komfort in den Hotels laufend verbessert wird. 2003 gab es von den 140.500 Zimmern in der Schweiz 123.600 mit Dusche oder Bad im Zimmer und 14.800 Zimmer nur mit fließend Wasser. Nur gerade etwas über 2.000 Zimmer verfügen über kein fließendes Wasser im Zimmer. Hotelgäste kommen mehrheitlich aus dem Ausland, somit ist die Hotellerie eine Branche mit
indirektem Export.
Diese Tatsache wird hauptsächlich als Argument für einen
Sondersatz bei der
MwSt. verwendet. Die Bergkurorte haben den größten Anteil am touristischen Kuchen, wobei die Stadthotellerie die bessere Auslastung ihrer Zimmer und Betten aufweist. Von den zwölf touristischen Regionen in der Schweiz steht die
Region Graubünden an der Spitze. Die Sommersaison lockt rund 10 % mehr Gäste in die Schweiz als das Winterhalbjahr. Die Schweizer Hotellerie erwirtschaftet im Jahr einen Umsatz von rund CHF 8,5 Mrd., davon entfallen etwa 41,5% auf das reine Übernachtungsgeschäft. Die Hotellerie ist eine
dienstleistungsintensive Branche und es werden im Jahr ungefähr CHF 3,5 Mrd. an Löhnen ausbezahlt.
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Im Winter ist Westendorf ein beliebter Wintersportort mit zahlreichen Aufstiegshilfen und Skipisten. Außerdem ist das örtliche Skigebiet Mitglied der
Skiwelt Wilder Kaiser Brixental, dem größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs. Im Sommer eignet sich Westendorf sehr gut als Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen und Ausflüge in die Grasberge der
Kitzbüheler Alpen.
Eine internationale Jury wählte das Dorf 1998 im Rahmen der "
Entente Florale" zum "Schönsten grünenden und blühenden Dorf Europas".
Westendorf liegt auf einer sonnigen Terrasse des
Brixentals, am Fuß der Choralpe. Das Gemeindegebiet besteht aus einem Haufendorf und weiteren Weilern und Höfen in der Umgebung, sowie einem Gewerbegebiet. Nach Süden hin zweigt das
Windautal ab, welches als beliebtes Naherholungsgebiet gilt.
Ein Großteil des Gemeindegebietes ist bewaldet oder landwirtschaftlich genutzt.
Achenberg, Au, Außersalvenberg, Bichling, Burgwegen, Feichten, Hechenmoos, Holzham, Hörhag, Kummern, Moosen, Mühltal, Nachsöllberg, Oberwindau, Rettenbach, Ried, Salvenberg, Schwaigerberg, Straßhäusl, Vorderwindau, Windau;
Die ersten Funde in Westendorf gehen bis in die Bronzezeit zurück, wobei die gefundenen Brandgräber beim Bau der Bahnhofstrasse 1926 zerstört wurden. Die Funde, die damals gemacht wurden, befinden sich heute im Landesmuseum Ferdinandeum. Die Artefakte weisen mehrere Besonderheiten auf: einerseits gibt es eine beachtliche Menge davon, andererseits besteht ein Teil der gefundenen Gegenstände aus Bronze, die nicht aus
Tirol stammt.
In der Römerzeit gehörte Westendorf zur Provinz Noricum, wobei der Ort direkt an der Grenze lag. 476 wurde diese Provinz von Odoaker aufgelöst, wodurch sicherlich viele Einwohner ins benachbarte Rätien überwechselten.
1234 wird Westendorf erstmals urkundlich erwähnt und zwar in einer Schenkung des Grafen Otto von Wasserburg an das
Kloster Rott. Es gibt aber mehrere Anhaltspunkte dafür, dass der Ort und die Kirche schon früher existierten: 902 übergab der edle Randolt seinen Besitz im Brixental an den Bischof von Regensburg. Um den eigenen Anspruch auch gegen den Bischof von Brixen durchsetzen zu können, ist anzunehmen, dass die Regensburger Bischöfe eine Kirche im Gebiet bei Westendorf errichteten. Des weiteren ist die Kirche dem hl. Nikolaus geweiht, was auf eine Errichtung im 11./12. Jahrhundert schließen lässt.
Beim 4. Laterankonzil wird die Gründung des
Bistums Chiemsee im Jahre 1215 beschlossen. Dieser neuen Diözese wurde auch das gesamte Brixental zugesprochen, wobei der Bischof von Chiemsee die landesherrliche und geistliche Gewalt hatte, der Erzbischof von Salzburg aber das Patronats- und Zehentrecht. 1385 kam das Brixental in Folge eines Kaufvertrages gänzlich zum
Erzbistum Salzburg, das geistliche Recht blieb aber beim Bistum Chiemsee.
Die
St. Nikolauskirche in Westendorf wird 1320 erstmals urkundlich erwähnt. Der gotische Bau wurde 1771 von Andre Huber umgebaut.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurde im Windautal nach Kupfer, Bleiglanz und Schwefelkies geschürft.
Westendorf war dem Gericht Itter unterstellt, dem 1514 von Kaiser
Maximilian I. auch die hohe Gerichtsbarkeit übertragen wird. Im 16. Jahrhundert herrschte rund um Westendorf reger Bergbau. 1803 kam das Erzbistum Salzburg in Folge der von
Napoleon propagierten Säkularisierung an das
Großherzogtum Toskana und 1805 an Österreich. 1809 kommt Salzburg wie Tirol an Bayern und erst 1814 gelangt es wiederum zu Österreich.
Am 1. Mai 1816 kam das gesamte Brixental nach einem Beschluss von Kaiser
Franz I. zu Tirol, wobei im selben Jahr Westendorf zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben wird.
Abschnittsbefestigung von Burgegg: Heute findet man bei Westendorf Höfe mit dem Namen "Burwegen" und "Burweg". Betrachtet man die Landkarte in diesem Gebiet, so findet man ein durch Bäche umgrenztes Plateau, das sich aufgrund seiner Lage zu einer Festung eignete. Hatte man früher angenommen, dass es sich hierbei um eine prähistorische Befestigungsanlage handelte, so nimmt man heute an, dass sich an der Stelle eine mittelalterliche Erdburg mit Holzteilen befand. Leider wurden in der Gegend weder Mauerreste noch sonstige Funde gemacht und auch schriftliche Quellen zur Anlage existieren nicht.
Im zweitgeteilten Wappen der Gemeinde Westendorf stellt eine goldene Bischofsfigur den heiligen Nikolaus als hiesigen Pfarrpatron dar. Die senkrechten Balken in den Landesfarben weiß-rot weisen darauf hin, dass die Gemeinde erst 1816 als Folge des Wiener Kongresses an Tirol gegangen ist.
Aktionsradius
Bergrettung
Bergwacht
Bienenzuchtverein
Bildungswerk
Brandhilfeverein
Erwachsenenschule
FC-Colors
FC-Glockenstuhl
FC-Moskito
Fleckviehzuchtverein
Freiwillige Feuerwehr
Gleitschirmfliegerclub
Heimkehrerkameradschaft
Jagdverein
Kulturkreis
Landjugend
Lederhosenclub
Motorradfreunde Road-Runners
Musikkapelle
Obst- und Gartenbauverein
Ortsbäuerinnen
Ortsbauern
Oryx-Pass
Pensionistenverband
Rangglerverein Westendorf/Wildschönau
Reiterverein
Rotes Kreuz
Schachclub (z. Z. keine Aktivität)
Schiclub
Schützengilde
Schützenkompanie
shred headz
Sportverein
Steinschafzuchtverein
Tennisclub
Trabrennverein
Trachtenverein
Verein der seltenen Schafrassen
Verein zur Förderung der LMS Brixental
Volksbühne
Volleyballclub KLAFS Brixental
Kath. Pfarrkirche zum Heiligen Nikolaus
Westendorf ist hauptsächlich zweisaisonal touristisch ausgerichtet.
Im Kalenderjahr 2004 hatte die Gemeinde 424.297 Nächtigungen aufzuweisen. Davon fielen 166.214 (39,2%) auf die Sommersaison und 258.083 (60,8%) auf die Wintersaison. Tirolweit stand die Gemeinde Westendorf bei den Nächtigungszahlen an 29. Stelle (2004). Den Touristen standen im Jahr 2004 rund 3.800 Gästebetten zur Verfügung.
In der Gemeinde gibt es viele Auspendler (590 im Jahr 2001). Dem gegenüber standen lediglich 273 Einpendler.
Seit Jänner 1985 existiert in Westendorf der "
Westendorfer Bote", eine monatlich erscheinende Dorfzeitung, die von der Pfarre Westendorf und der Erwachsenenschule Westendorf herausgegeben wird. Sie steht sowohl der Gemeinde als auch allen Vereinen und Institutionen zur Verfügung und wird gratis an alle Haushalte verteilt.
Sonderschule
Volksschule
Hauptschule
weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[
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Am Horn, Aschbachbichl, Badhaussiedlung, Bichlach, Ecking, Felseneck, Griesenau, Griesenauweg, Gundhabing, Hagstein, Hausstatt, Henntal, Jodlfeld, Kaps, Mühlau, Obernau, Schattberg, Seereith, Siedlung Frieden, Sonnenhoffeld, Staudach, Stockerdörfl, Zephirau
Kitzbühel
Um das Jahr
15 v. Chr. breiteten sich die
Römer unter Kaiser
Augustus bis über den Alpenraum aus, und errichteten die Provinz
Noricum. Nach Zerfall des weströmischen Reiches wurde das Gebiet um
800 von
Bajuwaren besiedelt, die die Wälder rodeten.
Im
12. Jahrhundert findet sich die erste Erwähnung des Namens
Chizbuhel in einer Chiemseer Urkunde (dort ist von einem "Marquard von Chizbuhel" die Rede), wobei
Chizzo eine bayrische Sippe bezeichnet und
Bühel die geographische Lage der Siedlung auf einer Anhöhe. Hundert Jahre später bezeugt eine Quelle die Vogtei des Stiftes
Bamberg in „Kicemgespuchel"; in der Stadterhebungsurkunde von 1271 wird der Ort "Chizzingenspuehel" genannt.
Kitzbühel kam
1255 mit der ersten bayrischen Landesteilung zu Oberbayern, Herzog
Ludwig II. verlieh Kitzbühel am
6. Juni 1271 das Stadtrecht und die Stadt wurde mit einer wehrhaften Mauer befestigt. Da sich Kitzbühel aber in den nächsten Jahrhunderten durch seine Lage zwischen
Pass Thurn und
Chiemgau als Handels- und Marktplatz etablierte, stetig wuchs und von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont blieb, wurden die Mauern auf Höhe des ersten Stockes abgetragen, und zum Anbau von Wohnfläche genutzt.
Die Heirat von
Margarethe von Tirol mit dem Bayerischen Herzog
Ludwig dem Brandenburger im Jahr
1342 vereinte Kitzbühel vorübergehend mit Tirol (das freilich seinerseits durch die Eheschließung bis zum Tode Ludwigs zu einem bayerischen Nebenland wurde), bis die Stadt nach dem
Schärdinger Frieden 1369 wieder an Bayern abgetreten wurde. Durch die bayerischen Landesteilungen gelangte Kufstein an die
Landshuter Linie der
Wittelsbacher. Während dieser Zeit wurde der Bergbau in Kitzbühel systematisch voran getrieben und ein umfassendes Bergrecht erlassen, das später für das gesamte bayerische Herzogtum von Bedeutung werden sollte. Am
30. Juni 1504 kam Kitzbühel dauerhaft an Tirol, nachdem sich Kaiser
Maximilian als Gegenleistung für seinen Kölner Schiedsspruch, der den
Landshuter Erbfolgekrieg beendete, die vormals
Landshuter Ämter Kitzbühel,
Kufstein und
Rattenberg vorbehalten hatte. Interessanterweise galt aber in den drei genannten Orten bis in das 19. Jahrhundert weiterhin das Landrecht Ludwigs des Bayern, so dass diese Städte innerhalb Tirols eine juristische Sonderstellung einnahmen.
Maximilian verpfändete Kitzbühel, und so gelangte es Ende des
16. Jahrhunderts unter die Herrschaft der Grafen von Lamberg, bis zum
1. Mai 1840, als Kitzbühel feierlich an den Staat übergeben wurde. Vom
Schwedischen Krieg (1630–1635) zeugt die Inschrift "Bis hierher und nicht weiter kamen die schwedischen Reiter" in der Schwedenkapelle.
[1]
Freiheitskämpfer-Denkmal
Als Kaiser
Franz Joseph schließlich die verworrenen Verfassungsverhältnisse ordnete, und nach Fertigstellung der
Salzburg-Tiroler-Bahn im Jahr
1875 erfuhr die Stadt einen Aufschwung in Wirtschaft und Industrie. Ebenso hatte Kitzbühel das Glück, im
Ersten und
Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen verschont zu bleiben.
Das Tanzcafe Reisch wurde
1928 vom Architekten
Lois Welzenbacher erbaut, auch das Arzthaus Plahl stammt von diesem Architekten der Tiroler Moderne. Weitere architektonisch wertvolle Bauten sind die Berghäuser von Alfons Walde und
Clemens Holzmeister am Hahnenkamm. Von
Max Weiler stammt ein Fresko in der Volksschule Kitzbühel, aus dem Jahr
1951.
Beachtenswert ist auch die
3S-Bahn, die Luftseilbahn mit dem höchsten Bodenabstand (400 Meter) aller Seilbahnen der Welt.
Die Innenstadt von Kitzbühel
Kitzbühel gilt als eines der bedeutendsten Wintersportzentren in Österreich am Fuß des
Hahnenkammes (1712 m) und des
Kitzbüheler Horns (1996 m). Gemeinsam mit den Skipisten und Liften im benachbarten
Kirchberg in Tirol,
Jochberg und am
Pass Thurn weist Kitzbühel eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs auf.
Den Urlaubern in Kitzbühel stehen im lokalen Skigebiet 148 Pistenkilometer zur Verfügung, hinzu kommen für die Langläufer 40 Loipen-km. Im Sommer gibt es 120 km mit dem Mountainbike und 500 km mit den Wanderschuhen zu erkundschaften. Die weiteren Attraktionen sind die sechs Tennis- und vier Golfplätze, das Kitzbüheler Schwimmbad, Österreichs einzige
Curlinghalle sowie der Schwarzsee.
Das
Hahnenkammrennen (
Abfahrtslauf auf der
Streif,
Slalom am Ganslernhang,
Super G auf der Streif) lockt jährlich 80.000 - 100.000 Besucher an und bedeutet für die Region ca. 30 Mio Euro Wertschöpfung. Im Jahr 2005 haben 700 Medienvertreter aus 35 Nationen von den Rennen berichtet.
(Zahlen: Die Presse vom 21. Januar 2005, "Kitz bereit für Riesenspektakel"). Jedes Jahr im Juli findet das ATP Tennisturnier der Herren, die
Generali Open und eine Etappe der
Hervis-Tour auf das
Kitzbüheler Horn statt. Auch Eishockey hat in Kitzbühel eine große Vergangenheit. Der
EC Kitzbühel spielt in der Tiroler Eliteliga, momentan wird über einen Aufstieg in die Nationalliga nachgedacht (März 2007). Seit Dezember 2006 spielt der EC "Die Adler" Kitzbühel in der neuen Eishalle im Sportpark.
Gertrud Heß-Haberlandt:
Bauernleben. Eine Volkskunde des Kitzbüheler Raumes. Haymon, Innsbruck 1988;
ISBN 385218035X
Kitzbüheler Ski Club (Hrsg.):
Hahnenkamm. Chronik eines Mythos. Wissen Media, Gütersloh–München 2003
Emil Arnim Pfeifer:
Kitzbühel. Sonne und Pulverschnee. Verein „Alte Kitze – Old Kids", Kitzbühel 1992
Wido Sieberer (Hrsg.):
Kitzbühels Weg ins 20. Jahrhundert. Sparkasse Kitzbühel, Kitzbühel 1999
Wolfgang Straub:
Kitzbühel. Mit Fotos von Gerhard Trumler. Brandstätter Verlag, Wien 2005;
ISBN 3854984251
Eduard Widmoser (Hrsg.):
Stadtbuch Kitzbühel. Gemeinde Kitzbühel, Kitzbühel 1967–1971