Via Alpina
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Seit dem Jahr 2001 ist die Via Alpina ein
INTERREG-IIIB Alpine Space Projekt, was bedeutet, dass die beteiligten EU-Länder eine 50-prozentige Förderung der Projektkosten aus dem Fond für regionale Entwicklung der EU erhalten. Seit 2005 ist die Via Alpina außerdem ein offizielles Umsetzungsprojekt der
Alpenkonvention, da sie zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum beiträgt. Zahlreiche spezielle Angebote wie geführte Touren, Gesamtpakete für einzelne Abschnitte mit Anreise, Übernachtung, Kultur und Geschichte sowie Angebote für Kinder und Senioren beleben die Via Alpina und tragen dazu bei, den Mehrwert in der Region zu belassen.
Für die Via Alpina wurden keine neuen Wege und sonstigen Infrastrukturen angelegt. Es wird auf das Netzwerk bestehender Wanderwege und Unterkünfte zurückgegriffen. Zusätzlich zur bestehenden Beschilderung wird das Via Alpina-Logo angebracht. Die 340 Etappenstellen werden mit mehrsprachigen Informationstafeln ausgestattet.
Beschilderung vor Ort, OeAV
Es existieren fünf Wege mit insgesamt über 5.000 km Wegstrecke und 341 Tagesetappen. In Italien befinden sich 121 Etappen, in Österreich 70 Etappen, in der Schweiz 54 Etappen, in Frankreich 40 Etappen, in Deutschland 30 Etappen, in Slowenien 22 Etappen, in Liechtenstein drei Etappen und in Monaco eine Etappe.
Roter Weg [Bearbeiten]
Der Rote Weg ist mit 161 Tagesetappen die längste der fünf Routen und quert jeden der einzelnen Alpenstaaten. Auf keinem anderen Weg spürt man die alpine Identität besser und erlebt die verschiedenen Kulturen intensiver.
Kleiner Ahornboden, Karwendel, Tirol, Österreich, OeAV
Der Weg führt durch die folgenden Gebirgsgruppen der Alpen:
Der Grüne Weg ist mit 13 Etappen der kürzeste Abschnitt aber auch einer der abwechslungsreichsten und führt durch das Berner Oberland vorbei an
Eiger,
Mönch (Berg) und
Jungfrau (Berg).
Aletschgletscher, Berner Oberland, Wallis, Schweiz OeAV
Der Weg führt durch die folgenden Gebirgsgruppen der Alpen:
Der Gelbe Weg verläuft auf 40 Etappen von Italien über Österreich bis nach Deutschland. Er steht für die Gletscherwelt in den Ötztaler- und
Pitztaler Alpen, aber auch für die faszinierende Geschichte des "
Ötzi", des Mannes aus dem Eis, der unweit des höchsten Punktes der gesamten Via Alpina, der Similaunhütte (3.019m), gefunden wurde.
Blick auf die Gletscherwelt, Similaun, Österreich, OeAV
Der Weg führt durch die folgenden Gebirgsgruppen der Alpen:
Der Blaue Weg führt auf 61 Etappen durch die Schweiz, Italien und Frankreich. Entlang der Seealpen findet man viel Ruhe und in den einsamen Bergdörfern und die einmalige Landschaft im Gebiet des Nationalparks
Gran Paradiso zeugt noch immer von der Wildheit der Natur.
Der Weg führt durch die folgenden Gebirgsgruppen der Alpen:
Am Violetten Weg findet man in den Ländern Slowenien, Österreich und Deutschland gleich vier Nationalparks. Daneben ist der violette Abschnitt aber auch Symbol für die reiche Kultur der Alpen mit der weltgrößten Klosterbibliothek im
Stift Admont oder mit den Königsschlössern im bayerischen
Hohenschwangau.
Stiftsbibilothek Stift Admont, Steiermark, Österreich
Der Weg führt durch die folgenden Gebirgsgruppen der Alpen:
Broschüre: Via Alpina, die österreichischen und angrenzenden Etappen.
Naturkundlicher Führer Via Alpina - Karnischer Kamm, Walter Mair, Herausgeber: Oesterreichischer Alpenverein
Für den Bayerischen Teil:
Via Alpina von Horst Höfler, Lutz Stitzinger, Geocenter, 2003,
ISBN 3925308113 Für Seealpen und Ligurische Alpen:
Auf der Via Alpina durch Seealpen und Ligurische Alpen von Sabine Bade, Wolfram Mikuteit, Fernwege-Verlag, 2006,
ISBN 3937304509
Europäische Fernwanderwege
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Karte der Europäischen Fernwanderwege
Die
Europäischen Fernwanderwege sind von der
Europäischen Wandervereinigung initiiert worden. Ein Ziel bei deren Gründung im Jahr
1969 war, ein völkerverbindendes Wegenetz durch
Europa zu schaffen. Im Laufe der Jahre wurden auf dieser Basis 11 große
Weitwanderwege eingerichtet.
Die Gesamtlänge beträgt ungefähr 55.000 km. Davon ist ein Teil nicht oder nur sehr unzureichend markiert, oder bis heute real noch nicht vorhanden. In
Mitteleuropa sind die Wege und Markierungen in einem überwiegend guten bis sehr guten Zustand
Kungsleden
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Er besteht aus zwei Teilen, einem nördlichen und einem südlichen Streckenabschnitt. Der Kungsleden wurde auf Initiative der
Svenska Turistföreningen (STF) zu Beginn des 20. Jahrhunderts begründet. Ziel war es, die Naturlandschaften Lapplands zu erschließen. Die Begeisterung für die nordschwedische Natur stand damals ganz im Zeichen der Nationalromantik. Allmählich wurde der Weg ausgebaut und mit Hütten zur Übernachtung ausgestattet.
Der ältere und bekanntere nördliche Teil führt über etwa 440 Kilometer von
Abisko im Norden bis
Hemavan im Süden. Der höchste Punkt liegt am Tjäktja Pass in 1150 Metern Höhe, der niedrigste Punkt ist
Kvikkjokk mit 302 Metern Höhe. Der südliche Abschnitt führt über etwa 350 Kilometer von
Sälen nach
Storlien. Der höchste Punkt wird in der Nähe des Helags erreicht und beträgt etwa 1180 Meter. Zwischen den beiden Teilen gibt es (noch) keine Verbindung.
Der Weg ist markiert und mit Brücken versehen. Die Wegmarkierungen für Wandernde zu Fuß bestehen aus roten Ringen rund um Baumstämme oder aus Steinhaufen (
Steinmännchen) mit einem rot markierten Stein (schwedisch: stenrösa (pl. stenrösor)) in waldlosen Gebieten. Der vom Verlauf manchmal leicht abweichende Winterwanderweg ist mit roten Kreuzen an ca. 2m hohen Stangen markiert und führt teilweise durch im Winter zugefrohrense Sumpflandschaften bzw. über Seen. Die Sommer- und Wintermarkierungen sind so platziert, dass man von einer beliebigen Markierung die nächste Markierung sehen und darauf zusteuern kann. Dies ist besonders bei Nebel oder Schnee von Vorteil, wenn der Wanderweg schwer sichtbar sein kann. Der Sommeranderweg kreuzt an einigen Stellen einen See. Diese muss man dann entweder per vorhandenem Ruderboot selbst überqueren oder man nutzt die allerdings nur während der Hauptsaison angebotenen Bootsservice, welcher durch einheimische
Samen organisiert wird.
In Tagesabständen stehen Unterkünfte (nicht jedoch im Abschnitt zwischen
Kvikkjokk nach
Ammarnäs), die vom schwedischen Touristenverband
STF betrieben werden, teils unbewirtschaftete Hütten, auf denen in der Hauptsaison jedoch meist ein Hüttenwart anwesend ist, teils
Fjällstationer (Gebirgsstationen, Sporthotels) zur Verfügung. Auch wenn die Hütten außerhalb der Hauptsaison nicht bewirtschaftet sind, so ist immer mindestes ein Raum (mit Koch- und Schlafmöglichkeit) geöffnet.
Stärker begangen ist nur die nördliche Hälfte. Dort bewegt sich der Weg meist oberhalb der Baumgrenze. Obwohl gut ausgebaut, kann der Weg bei anhaltendem Regenwetter schwierig werden. Für Sommerwanderungen kommt die Zeit von Mittsommer bis Ende August in Betracht, wobei es auch bis Mitte September gut möglich ist, zu wandern. Für Wintertouren eignet sich die Zeit Februar bis April. Es wird erwartet, dass alle Wanderer das
Allemansrätt beachten und generell schonend mit Umwelt und Natur umgehen.
Der südliche Kungsleden ist deutlich weniger begangen und auch hier ist die Unterkunft in STF-Hütten und Fjällstationen möglich, allerdings sind die Abstände zwischen den Hütten teilweise deutlich länger und nicht immer mit einer Tageswanderung zu erreichen. Zusätzlich gibt es auch private Hütten, diese sind aber nicht immer geöffnet. Sommer- und Winterwanderweg sind auf dem südlichen Kungsleden ebenso gekennzeichnet.
Wegstück des Kungsledens zwischen Saltoluokta und Sitojaure. Blickrichtung Norden (Lulep Kirkau und Stora Sjöfallet).
Manche Teilstücke des Kungsleden sind wegen des sumpfigen Untergrunds mit Holzplanken ausgelegt.
Mit dem Zug sind
Gällivare,
Abisko (direkt am Bahnhof Abisko Tourist beginnt der Wanderweg),
Murjek,
Umeå und
Storlien zu erreichen, von wo aus Inlandsbusse zu verschiedenen Orten entlang des nördlichen Kungsleden fahren. Der südliche Kungsleden kann nur per Bus erreicht werden, diese fahren z.B. ab
Mora. Mora ist an das schwedische Eisenbahnnetz angeschlossen.
Hütten und Zeltplätze [Bearbeiten]
Über den Kungsleden verteilt sind regelmäßig Hütten und Zeltplätze zu finden. Im nördlichen Abschnitt die folgenden:
Mountainbike
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Full-Suspension Mountainbike (Viergelenker)
Hardtail Mountainbike
Hardtail Dirt Bikes
Technik [Bearbeiten]
Typische Merkmale eines Mountainbikes sind ein stabiler
Rahmen, ein
Felgendurchmesser von überwiegend 559 Millimetern (Reifendurchmesser 26") mit breiten, meist grobstolligen
Reifen und eine
Kettenschaltung mit meist 21 bis 27 Gängen (3
Kettenblätter und 7, 8 oder 9
Ritzel). Vereinzelt sind an Mountainbikes aber auch
Nabenschaltungen zu finden. Die Übersetzungen sind normalerweise kleiner als bei Rennrädern. Mountainbikes haben im Vergleich zu
Holland-,
Touren-, oder
Rennrädern relativ kleine Rahmen (Rahmenhöhe etwa 10 cm niedriger als bei einem vergleichbaren Rennrad) mit mehr oder weniger steil abfallendem Oberrohr. Die Rahmen sind robust konstruiert, und insbesondere bei Aluminiumrahmen kommen in der Regel große Rohrdurchmesser zum Einsatz. Als Rahmenwerkstoff werden vorwiegend
Aluminiumlegierungen verwendet, immer häufiger werden Rahmen aber auch aus
CFK ("Carbon") gefertigt.
Stahl wird mittlerweile nur noch selten als Rahmenmaterial verwendet, noch seltener
Titan.
An Mountainbike-Rahmen finden sich, anders als bei Rennrädern, üblicherweise Cantilever-Sockel zur Befestigung von
Cantilever-Bremsen (V-Bremsen sind lediglich eine von vielen Bauformen der Cantilever-Bremsen) oder hydraulischen Felgenbremsen. Mountainbikes werden in zunehmendem Maß mit
Scheibenbremsen ausgestattet.
Federgabeln gehören mittlerweile zur Standardausstattung. Neben der gefederten Vorderradgabel verfügen Mountainbikes immer häufiger auch über eine hintere Federung. Ein solches vollgefedertes Mountainbike wird auch als
Fully (Kurzform für „Full Suspension") bezeichnet. Das Mountainbike mit ungefedertem Hinterrad wird im Gegensatz dazu
Hardtail genannt.
Sowohl für Federgabeln als auch für Hinterbaudämpfer existieren unterschiedliche Arten der
Federung. Man kann grob unterscheiden zwischen
Elastomer-, Stahl- und Luftfederung, wobei auch Mischsysteme mit unterschiedlicher Federung und Dämpfung eingesetzt werden. Während auf Elastomeren basierende Federungen anfangs noch große Verbreitung fanden, wurden sie später durch die Stahlfederung (teilweise mit Öl- oder Luftdämpfung) und durch Luftfederung verdrängt. Luftfederungen werden vorwiegend in den Bereichen eingesetzt, in denen das Gewicht des Fahrrades von hoher Bedeutung ist (z.B. Cross-Country-Race, Marathon). Stahlfederungen werden in der Regel dann bevorzugt, wenn das Material - wie beim Downhill - sehr hohen Belastungen ausgesetzt wird oder eine hohe Zuverlässigkeit erwünscht ist (z.B. Tour). Aktuell finden sich viele Federgabelsysteme, an welchen man den Federweg manuell verstellen kann (U-Turn-System von Rock Shox, die Gabel "Talas" von Fox, das System "ETA" von Marzocchi). Die wichtigsten Federungshersteller sind Rock Shox, Marzocchi, Fox Racing Shox und auch Manitou.
Die Federung des Hinterbaus bringt neben dem Zugewinn an Komfort auch zahlreiche Probleme. Durch die Trennung des Hinterbaus vom Rahmen verliert das gesamte Fahrrad grundsätzlich an Steifigkeit. Hinzu kommt, dass vollgefederte Rahmen im Vergleich zu ungefederten schwerer sind und einen höheren Wartungsaufwand benötigen. Zudem hat die Bewegung des Hinterbaus beim Ein- und Ausfedern Einflüsse auf den Antrieb. Die Hersteller von Federungselementen versuchen diesen Problemen durch eine Reihe von Maßnahmen zu begegnen.
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Rahmenkonstruktionen. Man unterscheidet grob zwischen:
Eingelenker
Viergelenker
Mehrgelenker
No-Sag-Viergelenker
Float-Link
VPP-System
LRS (Low-Ratio-Suspension) und
Mono-Link
Trotz einiger Gemeinsamkeiten unterscheiden sich Mountainbikes erheblich voneinander, wobei sich, abhängig vom Verwendungszweck, einige Grundtypen aufführen lassen:
Das Einsatzgebiet dieses Typs reicht von einfachen Touren bis hin zur Alpenüberquerung. Das Touren-Mountainbike kann sowohl ein Hardtail als auch ein Fully sein. Im Gegensatz zum Cross-Country-Mountainbike spielt das Gewicht eine untergeordnete Rolle. Wichtig sind Zuverlässigkeit und Komfort. Die Sitzposition ist weniger gestreckt als beim Cross-Country-Mountainbike, jedoch nicht so aufrecht wie beim Enduro. Die Reifen sind oft etwas breiter und stärker profiliert als beim Cross-Country-Mountainbike, da sie im Laufe einer Tour unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden müssen. Das Gewicht liegt zwischen 12 und 15 Kilogramm, die Federwege zwischen 100 und 140 mm.
Das Cross-Country-Mountainbike ist für den (Renn-)Einsatz auf unbefestigten Wegen und Straßen ausgelegt, weniger für den Einsatz in schwerem Gelände. Es ist typischerweise ein
Hardtail, das eine Federgabel mit einem relativ geringen Federweg von 80-100 mm besitzt.
Neben V-Bremsen werden heute auch häufig leichte Scheibenbremsen verbaut. Bei Cross-Country-Mountainbikes wird ein geringes Gewicht (teilweise unter 10 kg) angestrebt. Ein typisches Cross-Country-Mountainbike im Breitensport wiegt unter 12,5 kg, je nach investiertem Aufwand sind für ambitionierte Sportler Gewichte weit unter 10kg erzielbar.
[1] Immer häufiger kommen aber auch vollgefederte Mountainbikes zum Einsatz.
Downhill-Mountainbikes sind für sehr schnelle Abfahrten in schwerem Gelände konzipiert. Da Downhill-Mountainbikes fast nur bergab bewegt werden und der Anstieg meist nicht aus eigener Kraft bewältigt wird, gilt bei diesen Rädern ein Gewicht bis 22 kg als akzeptabel. Das hohe Gewicht ist der stabilen Bauart geschuldet, die aufgrund der bei den Abfahrten auftretenden hohen Belastungen erforderlich ist. Die Rahmen sind vollgefedert und verfügen über Federwege bis zu 200 mm und mehr. Die Federgabel ist fast immer als Doppelbrückengabel ausgeführt, um die nötige
Torsionssteifigkeit aufbringen zu können, auch als Upside-Down-Federgabeln (engl.: kopfüber, umgekehrt). Auch die Bremsen eines Downhill-Mountainbikes sind auf hohe Beanspruchung ausgelegt, weshalb Scheibenbremsen mit großem Bremsscheibendurchmesser (190 bis 210 mm) zum Einsatz kommen. Die Reifen haben üblicherweise eine Breite zwischen 54 und 76 mm. Die Fahrer tragen meist spezielle Schutzkleidung, wie
Integralhelm, Brust-, Schulter-, Arm- und Beinprotektoren sowie verstärkte Handschuhe.
Enduro-Mountainbikes sind fast immer vollgefedert, nur selten kommen Hardtails als Enduro zum Einsatz. Sie verfügen im Vergleich zum Cross-Country- und zum Touren-Mountainbike über mehr Federweg - von 130 bis 160 mm -, ein einstellbares Fahrwerk sowie breitere und stärker profilierte Reifen. Der Lenker ist gekröpft, der Vorbau oft verstellbar und die Sitzposition ist aufrechter. Das Gewicht liegt zwischen 12 und 16 Kilogramm.
4x-Bikes ähneln am meisten
Dirtbikes, sie haben meistens einen Starrrahmen oder einem Fully mit wenig Federweg, max. 120mm, jedoch sind spezielle Rahmen etwas länger um bei hohen Geschwindigkeiten laufruhig zu bleiben. Die Ausstattung muss zugleich robust und leicht sein, damit man besser beschleunigen kann und um eventuellen Stürzen im Rennen gewachsen zu sein. Die Strecke ist meistens abschüssig und mit verschieden Sprüngen, Bodenwellen und Anliegern gespickt. Bei einem Rennen starten immer 4 Fahrer gleichzeitig aus einem Startgatter. Wer als erstes ins Ziel kommt gewinnt. Die meisten Rennen werden im
K.-o.-System ausgetragen, die ersten beiden eines Laufes kommen eine Runde weiter. Der aktuelle Welt- und Europameister ist Michal Prokop aus der Tschechischen Republik. Bester Deutscher ist Guido Tschugg, WM- und EM-Dritter.
Freeride-Mountainbikes sind wie die Downhill-Mountainbikes für den Einsatz in schwerem, abschüssigem Gelände konzipiert, vollgefedert und verfügen über lange Federwege von 150-200 mm. Im Gegensatz zum Downhill-Mountainbike ist der Einsatzzweck nicht ausschließlich auf Abfahrten ausgerichtet. Durch moderne Dämpfungssysteme, die ein Wippen der langhubigen Federung beim Pedalieren verhindern, und (absenkbare) Federgabeln für eine bessere Steigfähigkeit auf steilen Streckenabschnitten, kann mit einem Freeride-Mountainbike auch der Aufstieg aus eigener Kraft bewältigt werden.
Extrem-Freeride ist eine Variante des Mountainbike-Freeridens die vom
Snowboardfreeriding,
Freeskiing und
Motocross beeinflusst wurde. Im Vordergrund stehen mehr als 10 m hohe und mehr als 20 m weite Sprünge. Demgemäß sind auch die hierfür verwendeten Mountainbikes eine robuste Variante der Freeride-Mountainbikes, bei denen oft Ausstattung von Downhill - Mountainbikes verwendet wird. Die Federwege sind bei Extrem-Freeridern mit 200 - 210 mm noch größer, und auch schwerer: über 20 kg sind keine Seltenheit. Der Fahrer trägt
Schutzbekleidung wie
Integralhelm,
Schulter- und
Gelenkschützer und gepolsterte
Handschuhe.
Siehe Hauptartikel Trial.
Derzeit werden Mountainbiketouren nach technischem Anspruch und Kondition bewertet. Üblich ist dabei eine Skala von * bis ***** entsprechend leicht * bis sehr anspruchsvoll *****. In der Regel wird aber nicht unterschieden ob sich die anspruchsvollen Passagen im Aufstieg, im Abstieg oder gar in der Ebene befinden. Anhand eines Höhenprofils kann aber auf die beschwerlichen Passagen geschlossen werden.
Auch wenn es schon frühere Ansätze gegeben hat, Fahrräder robuster und geländetauglicher zu machen, wird heute allgemein das Jahr
1973 als die Geburtsstunde und der Mount Tamalpais in Marin County,
Kalifornien, als der Geburtsort des Mountainbikes angesehen. Die ersten Mountainbikes waren Fahrräder des Typs „Schwinn Cruiser", die von einer Gruppe von Radsportlern um
Gary Fisher, Joe Breeze und Charles Kelly benutzt wurden, um die Schotterpisten am Mount Tamalpais herunter zu rasen. Die aus den
1930er Jahren stammenden Cruiser des Herstellers Schwinn waren - wie der Name schon vermuten lässt - alles andere als Sport-Fahrräder, sondern vielmehr für das gemütliche Dahinrollen („cruisen") ausgelegt. Die Schwinn Cruiser waren stabil gebaut und verfügten über dicke
Ballonreifen auf 26-Zoll-Felgen, womit sie für die schnellen Abfahrten über die Schotterpisten des Mount Tamalpais weit besser geeignet waren als die leichten Rennräder, die damals der einzige Typ von Fahrrädern für sportliche Zwecke waren. Die Schwinn Cruiser waren sehr schwere Fahrräder, weshalb sie von Gary Fisher, Joe Breeze und den anderen Fahrern auch tatsächlich nur für Abfahrten benutzt wurden. Die ersten Mountainbiker waren also reine „Downhiller".
Erste regelmäßige Mountainbike-Rennen gab es ab
1976 - sie wurden ebenfalls von der oben erwähnten Gruppe am Mount Tamalpais ausgerichtet. Diese Rennen gaben den Anstoß für eine ganze Reihe von technischen Modifikationen, die den Anfang der Entwicklung zur heutigen Mountainbike-Technik darstellen. So wurden die unzureichenden Rücktrittbremsen der Schwinn Cruiser durch Trommelbremsen ersetzt, die aus dem Motorradbereich stammten. Auch beim Austausch der wenig stabilen Original-Lenker bedienten sich die Bastler meist im Motorradteile-Regal. Gary Fisher wird häufig die erste Verwendung einer Schaltung an diesen Ur-Mountainbikes zugeschrieben (die Schwinn Cruiser verfügten über keine Schaltung).
Das erste „echte" Mountainbike hat Joe Breeze
1977 für Charles Kelly hergestellt. Auch wenn sich Breeze dabei hinsichtlich der Rahmengeometrie stark an den Cruisern orientierte, war es das erste Mountainbike, das nicht ein nachträglich für den Einsatz als Mountainbike umgerüsteter Cruiser war, sondern von Beginn an als Mountainbike hergestellt wurde.
Zwei Jahre später stieß
Tom Ritchey zu der Gruppe und fertigte zunächst einen Rahmen und später noch weitere Rahmen für Gary Fisher. Später übernahmen Gary Fisher und Charles Kelly den Aufbau der von Tom Ritchey gefertigten Rahmen zu vollständigen Mountainbikes und den Vertrieb dieser Räder. Zu den ersten Firmen im noch jungen Markt gehörten - neben Ritchey und
SunTour - auch
Shimano (Komponenten) und
Specialized (Kompletträder).
Es entstanden viele kleine Hersteller, die heute weitgehend wieder vom Markt verschwunden sind. Zu den Pionieren gehörten zum Beispiel:
Tom Ritchey mit den zweiten (nach Joe Breezes "Breezer") speziell fürs Mountainbiken gebauten Rahmen aus Stahlrohren, der zu Zeiten der zunehmenden Marktpräsenz von Aluminium-Rahmen mit selbstentwickelten und vom japanischen Hersteller Tange hergestellten Rohrsätzen das Gewicht seiner Stahlrahmen immer weiter drückte.
Charles 'Charlie' Cunningham, Mitbegründer und -eigentümer von Wilderness Trailbikes (WTB), mit einem der ersten Aluminium-MTB-Rahmen.
Keith Bontrager mit vielen Detaillösungen und Gabelkonstruktionen.
Entwicklung zu einer globalen Industrie [
Bearbeiten]
Mit zunehmender Verbreitung und Nachfrage stiegen zum einen etablierte Fahrrad-Hersteller in die Mountainbike-Fertigung ein, zum anderen wuchsen einige bisherige Mountainbike-Kleinserien-Hersteller zu Massenherstellern. Zu den Pionieren des Mountainbike-Massenfertigung gehörten unter anderen:
Cannondale als erster Großserienhersteller von Aluminiumfahrrädern
Trek, die als erste mit der Großserienfertigung von Carbonrahmen begannen.
Anfang der 1990er Jahre begannen die Hersteller ihre Fertigungen nach Japan und kurze Zeit später nach Taiwan auszulagern. Mitte der 1990er hatten manche taiwanesischen Hersteller sich so weit etabliert, dass sie unter eigenem Namen in den Markt traten und qualitativ hochwertige Rahmen und Komponenten zu vergleichsweise niedrigen Preisen anbieten konnten.
Trotz der großen Konkurrenz aus Asien halten sich auch heute noch einige kleinere Betriebe im Markt, die sich meist auf Kleinserien und Maßanfertigungen spezialisiert haben und preislich in der Regel weit über den großen Herstellern rangieren.
1981: Der Hersteller
Specialized bringt mit dem Modell
Stumpjumper das erste in Großserie produzierte Mountainbike auf den Markt.
1982: Der japanische Komponentenhersteller
Shimano präsentiert unter dem Namen
Deore die erste vollständige Mountainbike-Komponenten-Gruppe.
1990: Bei den Meisterschaften in Durango, Colorado wird der Amerikaner
Ned Overend erster offizieller Mountainbike-Weltmeister.
1999: Finden die ersten World Games of Mountainbiking statt.
Entsprechend den Regeln der
UCI (
Union Cycliste Internationale - der Welt-Radsport-Verband) werden MTB-Wettkämpfe in mehreren Disziplinen ausgetragen. Darüber hinaus finden jedes Jahr an wechselnden Orten
Mountainbike-Weltmeisterschaften statt.
Cross Country Racing (CC/XC, OX, PP, SC) [
Bearbeiten]
Cross Country (CC/XC): Die Rennen werden auf einem Rundkurs mit 4,5 bis 6 km Länge ausgetragen, wobei der Asphaltanteil nicht mehr als 10 Prozent betragen sollte. Die Anzahl der zu fahrenden Runden richtet sich nach der Rennkategorie. Die Rennkurse enthalten meist steile "Uphills" und technisch anspruchsvolle Abfahrten.Die Disziplin ist seit den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta olympisch, daher die Bezeichnung "OX" (Olympic Cross).
Szene aus einem Cross-Country-Rennen
Point to Point (PP): Die Rennen werden über eine durchgehende Strecke ausgetragen, die mindestens 25 km, aber nicht mehr als 100 km Länge hat. Start und Ziel sind in der Regel nicht identisch; ein Streckenverlauf in Form einer großen Schleife, bei der Start und Ziel zusammenfallen, ist jedoch auch zulässig. Gestartet wird einzeln (
Zeitfahren) oder in Form eines Massenstarts.
Short Course (SC): Ein Kurzstreckenrennen mit einer Streckenlänge von rund 6 km mit geringen fahrtechnischen Anforderungen.
Eine Downhill-Strecke führt vom Start bis zum Ziel durchgängig bergab. Schnelle Passagen wechseln sich mit fahrtechnisch schwierigen Teilstücken ab. Das Pedalieren steht bei Downhill-Rennen im Hintergrund, der Schwerpunkt wird auf die fahrtechnischen Anforderungen gelegt. Die Streckenlänge beträgt zwischen 1,5 und 3,5 km. In diesem Streckenverlauf befinden sich Abschnitte wie z.B. Sprünge oder Drops.
Beim Hill-Climb führt die Strecke auf mindestens 80 % der Streckenlänge bergauf. Gestartet wird einzeln (Zeitfahren), in Gruppen wie auch im Feld.
Ein
Ausscheidungsrennen bei dem vier Fahrer (4-Cross - 4X) oder zwei Fahrer (Dual Eliminator - DL) auf einer kurzen Downhill-Strecke direkt gegeneinander antreten. Es findet keine Zeitnahme statt - die ersten beiden (4X) bzw. der erste (DL) Fahrer qualifizieren sich direkt für die nächste Runde, die restlichen Fahrer scheiden aus.
Ein Rennen bei dem jeweils zwei Fahrer rundenweise auf zwei parallelen, kurzen Downhill-Strecken direkt gegeneinander antreten (deshalb anfangs auch als Parallelslalom bezeichnet). Da die Strecken nie ganz identisch sind, werden in der Regel zwei Läufe gefahren, so das jeder Fahrer jeden Kurs abgefahren hat. Dann erfolgt eine Zeitaddition. Die Zeiten werden in einem Gesamtranking zusammengefasst und die (z.B. 16) Schnellsten kommen eine Runde weiter. Im Gegensatz zum 4x und DL ist Dual Slalom kein direktes Ausscheidungsrennen.
Fahrer beim „Red Bull District Ride" in Nürnberg 2006
Unabhängig vom UCI-Reglement haben sich eine Reihe von weiteren Mountainbike-Veranstaltungsformen etabliert, insbesondere
Marathons und 24-Stunden-Rennen sowie
Alpenüberquerungen, die als
Transalps bezeichnet werden.
Country-Tourenfahrten (CTFs) sind breitensportliche Veranstaltungen ohne Zeitnahme und Rangliste. Country-Tourenfahrten werden überwiegend abseits des öffentlichen Straßenverkehrs auf Feld- und Waldwegen durchgeführt. Es stehen meist mehrere Strecken verschiedener Länge zur Auswahl, wobei mit der Streckenlänge oft auch die fahrtechnischen Anforderungen steigen. Permanente Country-Tourenfahrten sind auch unabhängig von einem Veranstaltungstermin ganzjährig befahrbar.
Auch im Bereich Freeride bzw. Freestyle gibt es Wettkämpfe in den Disziplinen Dirt Jump, Street/Park, Slopestyle und Big Mountain. Die populärste und spektakulärste Veranstaltung im Freeride-Bereich war die „Red Bull Rampage", die in den Jahren 2001 bis 2004 als reiner Profi-Wettbewerb ausgetragen wurde. In den Jahren 2005 und 2006 fand in Nürnberg der Slopestyle „Red Bull District Ride" vor 40000 Zuschauern in der Altstadt statt.